GERHARD HOFWEBER

"Der heutige Mensch wird durch sein Dasein nicht mehr revitalisiert. Er kann sich aus der Quelle des Lebens nicht mehr nähren, weil er sich selbst depotenziert und den Zugang zum metaphysischen Kern verloren hat. Dementsprechend ist der heutige Mensch angestrengt, vergebens im Falschen suchend, im Wohlstand verloren, emotional vereinsamt und unter Zwang, den Wert seiner Existenz beweisen zu müssen. Der heutige Mensch ist erschöpft. Seine bloße Existenz ist ihm kein Geschenk Gottes, sondern Überforderung.
Er hat vergessen was es heißt, Mensch zu sein. Die Philosophie erinnert ihn daran.

 

 Person

Gerhard Hofweber ist Philosoph, Autor und Unternehmer. 15 Jahre war er als Dozent an den Universitäten Bamberg, Augsburg, der Hochschule Augsburg und der TU München tätig.
2002 gründete er das Dr. Hofweber Institut für Philosophie und Wirtschaft. 

 

Seitdem berät er Führungskräfte bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Unternehmen in ihrer strategischen Ausrichtung. Die von ihm entwickelten Methoden der Erkenntnisaufstellung und der intuitiven Rationalität kommen dabei regelmäßig zur Anwendung. 

 

Gerhard Hofweber ist der Erfinder des Philosophy Slams, Gründer der Philosophenvilla im Staatsbad Bad Brückenau und Inhaber des dort ansässigen Cafés Carpe Diem. 2015 ist sein Buch Das schöne Kind und 2018 das Buch Die Formen der Versöhnung mit der Vergangenheit im Belka Verlag erschienen. 2019 sind Das philosophische Manifest und Das philosophische Manifest mit Erläuterungen erschienen.

 

Das philosophische Manifest
von Gerhard Hofweber

§ 1

Das gesamte Universum ist von einer Ordnung durchzogen.
Diese Ordnung lässt sich in Form von Gesetzen ausdrücken.
Dementsprechend gibt es Gesetze für alle Bereiche des Universums: 
Für den Bereich des Geistes als der reinen Wirklichkeit (Metaphysik, Mathematik, Logik, Gott), für den Bereich des Materiellen (Physik, Biologie, Naturwissenschaften) und 
für den Bereich des Seelisch-Emotionalen (Recht, Moral, Staat, Kunst).

§ 2
Der Kern dieser Ordnung ist die metaphysisch-geistige Dimension, 
die absolute Wahrheit als Gott.

 

§ 3

Die Ordnung ist an sich vernünftig und die Vernunft ist in der Lage, sie zu erkennen.
Sich an der Vernunft zu orientieren bedeutet, sich an der Wahrheit zu orientieren.

 

§ 4

Weil die Wahrheit die vernünftige Form von Gesetzen hat, ist sie universell und gilt für jedermann gleich, ebenso wie die Schwerkraft auf alle gleich wirkt. 
Wahrheit ist objektiv.

 

§ 5

Die Wahrheit kann immer nur von einzelnen Subjekten erkannt werden.
Niemand hat sie ganz und niemand verfehlt sie ganz.

Dadurch ist die Wahrheit aber nicht subjektiv.

 

§ 6

Wird die objektive Ordnung gestört, sei es willentlich, sei es schicksalhaft,
kommt es zu Problemen, Krisen und Unglück.

§ 7

Gemäß der Ordnung besteht der Sinn des menschlichen Daseins nicht im Überleben,
sondern im vollkommenen und erfüllten Leben.

§ 8
Das Überleben ist zwar die notwendige Bedingung für ein erfülltes Leben,

aber es führt prinzipiell nicht zur Erfüllung.

§ 9

Das vollkommene Leben besteht in der Verwirklichung des metaphysischen Kerns des Menschseins oder seiner göttlichen Natur als vernünftiges Lebewesen.
Die Vernunft selbst hat zwei Seiten: eine theoretische und eine praktische.
Die theoretische Vernunft strebt nach Wahrheit, die praktische Vernunft
nach Liebe.

§ 10

Dementsprechend besteht ein erfülltes Leben in einem Leben in Liebe und Wahrheit. 
Dies ist der Sinn des Lebens. 
Die Wahrheit ist der Spiegel der Liebe. Dies ist zugleich die Essenz des Christentums:
Gottvater ist die Wahrheit, Gottsohn ist die Liebe und der Heilige Geist ist die Erkenntnis
von beiden als dasselbe.
Das Mysterium der Dreifaltigkeit ist durch und durch vernünftig.

§ 11

Erfüllung bedeutet demnach nicht das Ausleben der eigenen Egoität, 
sondern das Verwirklichen der Menschheit in meiner Person.

Dies ist die wahre Individualität.

§ 12

Der Wunsch, von anderen bewundert, geliebt und anerkannt zu werden 
gründet in einer tiefen Erfahrung des Mangels und des Gefühls, niemals genügen zu können.

Dies ist vergleichbar mit dem Versuch, ein Sieb mit Wasser füllen zu wollen. Egal, wie viel Wasser
eingegossen wird: Das Sieb ist am Ende leer.
Das ist das Prinzip unserer Maximierungsgesellschaft.

§ 13

Wahrer Reichtum besteht nicht in einer unendlichen Anhäufung von Gütern oder Geld.
Wahrer Reichtum hat eine Grenze. Die Grenze liegt im erfüllten Leben.
Der Wirtschaft kommt dementsprechend nicht die Aufgabe zu, unendlich viele Güter 
zu produzieren, sondern so viele Güter bereitzustellen,
wie für ein erfülltes Leben nötig sind.
Ebenso ist die Erkenntnis, worin ein erfülltes Leben besteht, nicht die Aufgabe der 

Wirtschaft, sondern der Vernunft.

§ 14 

Die Politik hat somit die Pflicht, sich an der Vernunft und am erfüllten Leben 

zu orientieren. Sie dient nicht der Wirtschaft.


 

 

Podcast

Substanzielle Philosophie zum Hören:
Gerhard Hofweber zu Gast bei Christian "Blacky" Schwarz

von Radio Primaton.

 

links

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Kontakt

office@dr-hofweber-institut.de

Tel: +49 (0) 9741 60 90 640

Heinrich-von-Bibra-Str. 9, 97769 Bad Brückenau